Soraya und der Schah - Bis dass der Tod uns scheidet

Ein Film von Ricarda Schlosshan und Oliver Halmburger   im ZDF


Die Schöne stammte aus vornehmem Hause: Ihr Vater, ein persischer Fürst, ihre Mutter eine Deutsche. Soraya wuchs in Berlin und Isfahan auf. In Schweizer Internaten lernte sie, was höhere Töchter zum Leben brauchen.

Mit 18 Jahren wurde Soraya die Frau des persischen Herrschers und Kaiserin auf dem Pfauenthron. Doch die Verbindung schien von Anfang an von einem Fluch belastet: Soraya erkrankte vor dem großen Tag schwer an Typhus, die Hochzeit musste mehrmals verschoben werden. Ihr mit Diamanten besetztes Hochzeitskleid war so schwer, dass sie kaum damit gehen konnte.

Für die Fans der Monarchie in Deutschland schien sie freilich leibhaft zu verkörpern, was der jungen Bundesrepublik noch fehlte: Schönheit, Reichtum, Glanz und Flair. Als das Kaiserpaar im Februar 1955 Sorayas alte Heimat besuchte, wurden sie wie Staatsgäste empfangen. "Das Land war Soraya-verrrückt", erinnert sich Peter Boenisch, Journalist in Hamburg. "Selbst die nüchternen Hamburger waren total aus dem Häuschen. Es war ein Märchen, das die vom Krieg und vom Wiederaufbau strapazierten Deutschen brauchten." Die Märchenkaiserin wurde für deutsche Frauen Kultfigur. Sie war so etwas wie die Lady Di der 50er Jahre.

Zwischen Soraya und dem Schah entbrannte eine aufrichtige Liebe. Berichte von engen Freunden des Paares und private Fotos aus dem Nachlass der Kaiserin zeugen von einer innigen Beziehung.

Kurz nach der Hochzeit kam es zu einem Streit mit den Westmächten um das iranische Öl. In Teheran brachen Unruhen aus, das Kaiserpaar floh Hals über Kopf im August 1953 ins Exil. Doch nur wenige Tage später wurde der Schah mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes CIA auf den Thron zurückgeholt. Sorayas Empfinden nach festigte diese Krise ihre Beziehung.

Doch als das Traumpaar kinderlos blieb, verstieß Reza Pahlavi schweren Herzens seine Frau. Eine enge Freundin bestätigt, dass Soraya definitiv keine Kinder bekommen konnte. Es folgte die Scheidung aus Staatsräson nach nur sieben Jahren Ehe: Der Pfauenthron brauchte einen Nachfolger in direkter männlicher Linie.

"Wenn ich zwischen meinem persönlichen Glück und dem Wohl des iranischen Volkes wählen muss, dann liegt die Entscheidung doch auf der Hand", erklärt der Kronprinz Reza Cyrus Pahlavi diesen Schritt seines Vaters.