Moskau 1941 - Der Jahrhundertkrieg
Ein Film von Oliver Halmburger u. Stefan Brauburger unter Mitarbeit von Stefan Mausbach im ZDF
Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion,
das Unternehmen „Barbarossa“ rollte an. Es war die größte Front der
Weltgeschichte. Drei Millionen deutsche und verbündete Soldaten griffen
viereinhalb Millionen Rotarmisten an – Auftakt eines mörderischen
Feldzugs, der am Ende 30 Millionen Opfer forderte.
Stalin war nicht Kriegsbereit. Dieser Krieg entsprang dem Wahn Hitlers,
im Osten neuen „Lebensraum“ für die Deutschen zu erobern. Schon in
seinem Pamphlet „Mein Kampf“ gab Hitler die Eroberung Russlands als
Kreuzzug „gegen Weltjudentum und Bolschewismus“ aus. Minutiös wurde
der verbrecherische Vernichtungsfeldzug seit Sommer 1940 vorbereitet. Das Tempo, das die Deutschen in den ersten Wochen nach dem Überfall
vorlegten, war nahezu unglaublich. In Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze
im ostpreußischen Rastenburg verbreitet sich nach den Siegen in den
ersten großen Kesselschlachten von Minsk und Smolensk Hochstimmung.
An der etwa 1600 Kilometer langen Front hatte die Wehrmacht insgesamt
28 sowjetische Armeen vernichtet. Im Rücken der Front begann der systematische
Mord an den Juden.
Anfang August standen die Deutschen bereits 280 Kilometer vor Moskau.
Doch die Befehlshaber Halder und Brauchitsch warteten vergeblich auf
die Weisung, die Metropole anzugreifen. Entgegen den Rat höchster
Militärs ordnete Hitler an beizudrehen, um die Industrie und Kohlegebiete
am Donez zu erobern und die russische Erdölzufuhr aus dem Kaukasusraum
abzuschnüren. Es sollte noch Wochen dauern, bis Hitler die Anordnung
erteilte, die sowjetische Hauptstadt zu stürmen. Das Propagandablatt
„Völkischer Beobachter“ posaunte, die „letzte Entscheidungsschlacht“
stehe bevor, die „Operation Taifun“.