Die Hölle von Monte Cassino
Ein Film von Oliver Halmburger und Thomas Staehler im ZDF
229 US-Bomber der 12. und 15. Luftflotte waren im Anflug: Über
dem Klosterberg klinkten sie ihre tödliche Fracht aus. 435 Tonnen
Brand- und Sprengbomben verwandelten Monte Cassino in ein Inferno
aus Feuer und Rauch. Die Abtei wurde regelrecht in Stücke gerissen.
Die Geburtsstätte des Benediktinerordens, 150 Kilometer südlich
von Rom, glich am Ende einer Trümmerwüste.
Auf alliierter Seite hieß es, die Deutschen hätten die
Abtei zu einer "Schlüsselstellung gemacht und mit schweren
Geschützen bestückt". Doch traf das wirklich zu? War
die totale Zerstörung einer "Wiege des Abendlandes"
ein sinnloser Akt, wie die NS-Propaganda in alle Welt hinausposaunte?
Oder gab es Anzeichen, dass das Kloster doch noch militärisch
genutzt wurde?
Tatsächlich war dies nicht der Fall. Generalfeldmarschall Albert von Kesselring hatte einen Sperrriegel von 300 Metern um das Kloster legen lassen, um es vor der Zerstörung zu bewahren. Aber dennoch, das Gebiet um Monte Cassino war Angelpunkt der so genannten "Gustav-Linie": ein gut ausgebauter Befestigungsstreifen der Deutschen auf dem italienischen Kriegsschauplatz. Die Verteidigungsstellungen ragten bis an das Kloster heran.
Die Umgehung des Berges hätte den Alliierten gewaltige militärische
Anstrengungen abverlangt. Es hatte schon tausende Tote auf ihrer Seite
gegeben, sie rechneten damit, dass die Deutschen ihre Position mit
allen Mitteln verteidigen würden, womöglich auch von der
Abtei aus. Hitler hatte immerhin befohlen, keinen Meter Boden preiszugeben.
Vielleicht war das schon ein Todesurteil für das historische
Bauwerk.
Auf dem italienischen Kriegsschauplatz hatte der britische Feldmarschall Sir Herold Alexander den alliierten Oberbefehl. Neben britischen Truppen kämpften in der Region "Cassino" auch US-Verbände, Franzosen, Polen, Inder, Algerier und Neuseeländer, insgesamt fast 30 Nationen. Es war die Vielvölkerschlacht des Zweiten Weltkriegs.
Teile der 1. Fallschirmjägerdivision unter General Heidrich hatten im Februar '44 den US-Streitkräften hohe Verluste zugefügt.
Nun sollten die Neuseeländer den heiligen Berg erstürmen.
Ihr Befehlshaber, General Bernard Freyberg, war überzeugt, die
Deutschen würden das Monument militärisch nutzen. Die Anlage
sollte deshalb zerstört werden. "Ein Akt des Vandalismus",
meinte selbst der Befehlshaber der 5. US-Armee, General Clark, der
keinen Sinn in dem Bombardement sah. Doch da die Briten den Oberbefehl
an dem Schauplatz hatten und aufgrund der gebotenen Loyalität
gegenüber den neuseeländischen Waffenbrüdern stimmte
er widerwillig zu.
Nach der Zerstörung erübrigte sich jegliche Rücksichtnahme auf das Bauwerk. Jetzt bezogen die Deutschen tatsächlich dort Stellung, die Schlacht von Monte Cassino entbrannte in voller Schärfe, ein Nahkampf in den Trümmern, der an den Ersten Weltkrieg erinnert. Auf beiden Seiten starben zehntausende Soldaten.
Der Film rekapituliert, warum "Monte Cassino" zerstört
wurde, spiegelt in Gegenüberstellung die Entscheidungen und Motive
der entscheidenden Akteure beider Seiten. Zeit- und Augenzeugen aus
Großbritannien, Deutschland, den USA, Italien und Polen erinnern
an die "Hölle von Monte Cassino" aus ihrer Sicht, lassen
manche Facette des Geschehens in einem neuen Licht erscheinen. So
etwa der US-Pilot Bradford Evans, der die Bomberstaffeln an jenem
Schicksalstag anführte. Oder der britische Feldmarschall und
Militärhistoriker Lord Carver, der damals als britischer Offizier
in Italien diente. Zum Teil unbekannte Archivfilme und aufwändige
Neuaufnahmen zeigen Bilder von der "Wiege des Abendlandes",
die in jenen Tagen unterging und später wiederauferstand.
Auf alliierter Seite hieß es, die Deutschen hätten die
Abtei zu einer "Schlüsselstellung gemacht und mit schweren
Geschützen bestückt". Doch traf das wirklich zu? War
die totale Zerstörung einer "Wiege des Abendlandes"
ein sinnloser Akt, wie die NS-Propaganda in alle Welt hinausposaunte?
Oder gab es Anzeichen, dass das Kloster doch noch militärisch
genutzt wurde?Tatsächlich war dies nicht der Fall. Generalfeldmarschall Albert von Kesselring hatte einen Sperrriegel von 300 Metern um das Kloster legen lassen, um es vor der Zerstörung zu bewahren. Aber dennoch, das Gebiet um Monte Cassino war Angelpunkt der so genannten "Gustav-Linie": ein gut ausgebauter Befestigungsstreifen der Deutschen auf dem italienischen Kriegsschauplatz. Die Verteidigungsstellungen ragten bis an das Kloster heran.
Die Umgehung des Berges hätte den Alliierten gewaltige militärische
Anstrengungen abverlangt. Es hatte schon tausende Tote auf ihrer Seite
gegeben, sie rechneten damit, dass die Deutschen ihre Position mit
allen Mitteln verteidigen würden, womöglich auch von der
Abtei aus. Hitler hatte immerhin befohlen, keinen Meter Boden preiszugeben.
Vielleicht war das schon ein Todesurteil für das historische
Bauwerk.Auf dem italienischen Kriegsschauplatz hatte der britische Feldmarschall Sir Herold Alexander den alliierten Oberbefehl. Neben britischen Truppen kämpften in der Region "Cassino" auch US-Verbände, Franzosen, Polen, Inder, Algerier und Neuseeländer, insgesamt fast 30 Nationen. Es war die Vielvölkerschlacht des Zweiten Weltkriegs.
Teile der 1. Fallschirmjägerdivision unter General Heidrich hatten im Februar '44 den US-Streitkräften hohe Verluste zugefügt.
Nun sollten die Neuseeländer den heiligen Berg erstürmen.
Ihr Befehlshaber, General Bernard Freyberg, war überzeugt, die
Deutschen würden das Monument militärisch nutzen. Die Anlage
sollte deshalb zerstört werden. "Ein Akt des Vandalismus",
meinte selbst der Befehlshaber der 5. US-Armee, General Clark, der
keinen Sinn in dem Bombardement sah. Doch da die Briten den Oberbefehl
an dem Schauplatz hatten und aufgrund der gebotenen Loyalität
gegenüber den neuseeländischen Waffenbrüdern stimmte
er widerwillig zu.Nach der Zerstörung erübrigte sich jegliche Rücksichtnahme auf das Bauwerk. Jetzt bezogen die Deutschen tatsächlich dort Stellung, die Schlacht von Monte Cassino entbrannte in voller Schärfe, ein Nahkampf in den Trümmern, der an den Ersten Weltkrieg erinnert. Auf beiden Seiten starben zehntausende Soldaten.
Der Film rekapituliert, warum "Monte Cassino" zerstört
wurde, spiegelt in Gegenüberstellung die Entscheidungen und Motive
der entscheidenden Akteure beider Seiten. Zeit- und Augenzeugen aus
Großbritannien, Deutschland, den USA, Italien und Polen erinnern
an die "Hölle von Monte Cassino" aus ihrer Sicht, lassen
manche Facette des Geschehens in einem neuen Licht erscheinen. So
etwa der US-Pilot Bradford Evans, der die Bomberstaffeln an jenem
Schicksalstag anführte. Oder der britische Feldmarschall und
Militärhistoriker Lord Carver, der damals als britischer Offizier
in Italien diente. Zum Teil unbekannte Archivfilme und aufwändige
Neuaufnahmen zeigen Bilder von der "Wiege des Abendlandes",
die in jenen Tagen unterging und später wiederauferstand.