Hitlers nützliche Idole - Leni Riefenstahl

Ein Film von Oliver Halmburger   im ZDF


Riefenstahls erster Film über die Selbstdarstellung des Systems auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg, 1933 "Sieg des Glaubens" war technisch noch unvollkommen. Bereits bei diesem Projekt musste sie einige Szenen nachstellen. Parteigrößen wurden zum Nachdreh ins Studio bestellt und mussten ihre Ansprachen wiederholen. Später leugnete Leni Riefenstahl, ihre Filme zum Teil inszeniert zu haben. Sie sei eine Dokumentarfilmerin gewesen, behauptete die Regisseurin, und habe nur die Wirklichkeit abgebildet. Dass sie dabei eine Bildsprache schuf, die bis heute unser Bild von Hitlers Reich prägt, wollte sie nicht wahrhaben.

Ein Jahr später drehte sie "Triumph des Willens" und lieferte damit ihr Meisterwerk ab. Vor den Scheinwerfern ihrer Kameras gerieten die Aufmärsche der Nazis zur Verheißung von Ordnung und Stärke - Hitler wurde zum Heilsbringer verklärt. Es waren Bilder des Jahrhunderts - Ikonen der NS-Massenverführung. Die suggestive Kraft der Bilder ist so verführerisch, dass Riefenstahls Tun bis heute in Frage gestellt wird. Wie weit darf die Kunst gehen, wenn die Moral auf der Strecke bleibt? Mit ihren Olympiafilmen "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" bannte sie 1936 den "schönen Schein" der Diktatur auf Zelluloid. Bis heute gelten die Filme als Meilensteine der Sportberichterstattung.

Im Juli 2001 übereichte Antonio Samaranch, damaliger Präsident des IOC, Riefenstahl die Goldmedaille von Berlin 1936 noch nachträglich. Riefenstahls Aufstieg in Hitlers Reich war kometenhaft. Wie viel war dies ihrer Leidenschaft zum Film, wie viel ihrer Liebe zur Macht zu schulden?

Der Film zeigt die Schlüsselmomente des langen Lebens von Leni Riefenstahl, Hitlers liebster Künstlerin. Weggefährten, Freunde, Historiker, Filmexperten und -kritiker äußern sich im Interview zu Riefenstahls Lebenswerk, einige von ihnen zum ersten Mal. Archivbilder, Filmausschnitte und Dokumente zeichnen das Bild einer Frau, die selbstbewusst ihren Weg ging und verleugnete, dass dieser in die Irre führte.