Flucht in die Freiheit - Mit allen Mitteln

ein Film von Oliver Halmburger   im ZDF


Mit einem selbstgebauten Heißluftballon planen die Familien Strelzyk und Wetzel aus Thüringen ihre Flucht aus der DDR, um auf der anderen Seite ein neues Leben zu beginnen. Die Vorbereitungen dauern Monate. Der erste Versuch misslingt. Zweihundert Meter vor dem Todesstreifen bleibt der Ballon in den Bäumen hängen. Nun ist ihnen die Stasi auf den Fersen. Unauffällig müssen sie über 1000 Quadratmeter Stoff besorgen. Sie nähen Tag und Nacht um innerhalb von sechs Wochen einen neuen Ballon anzufertigen. Am 16. September 1979 starten sie erneut. Durch ein Loch im Ballon verbrauchen sie mehr Gas als berechnet. Dann setzt der Gasbrenner aus. Petra Wetzel erinnert sich: „Ich hab mein Testament gemacht und man glaubt gar nicht wie ruhig man in dem Moment sein kann.“ Die Grenzsicherung entdeckt den Ballon und erbittet Schießbefehl aus Berlin. Als der Schießbefehl da ist, ist der Ballon bereist weg. In der Freiheit. Die Flucht im selbst genähten Ballon sorgt weltweit für Schlagzeilen, sie wird sogar von Hollywood verfilmt.

Um in die Freiheit zu gelangen riskieren sie ihr Leben. Helden werden so geboren, die Übermenschliches leisten und auf der Flucht über sich hinauswachsen. Vor dem Hintergrund der Grenzsicherungpolitischen Ereignisse zwischen Ost und West zeigt dieser Film die emotionalen Höhen und Tiefen der Flucht mit allen Mitteln. Wer die Berliner Mauer oder den innerdeutschen Todesstreifen überwinden will, setzt sein Leben aufs Spiel. Wie lassen sich neue Fluchtwege finden um das DDR-Grenzregime überlisten? Viele von ihnen scheitern bereits bei den Vorbereitungen oder werden beim Fluchtversuch getötet - nur die Wenigsten schaffen es. Mit jeder geglückten Flucht werden auch die Schlupflöcher der Grenzanlagen beseitigt. Der Ausbau der Mauer wird bis ins Wahnhafte perfektioniert - in den 70er Jahren setzt die DDR so genannte Selbstschussanlagen ein, 1980 plante Honecker die „Mauer 2000“ eine Hightech Mauer mit Sensoren und Laser Detektoren, die jeden Fluchtversuch im Kein erstickt. 

 Die jungen Ostberliner Hobby-Surfer Karsten Klünder und Dirk Deckert wollen die Bevormundungen im Honecker-Staat nicht länger ertragen. Vor allem wollen sie frei reisen, segeln und surfen. Im Geheimen bauen sie sich Surfbretter, die auch bei starkem Sturm noch zu fahren sind. Im November 1987, als die Herbststürme über die Ostsee fegen, wagen sie das Unmögliche. Dirk Deckert reißt sich jedoch in der Brandung ein Loch in den Anzug. Die 70 Kilometer Überfahrt bei eiskaltem Wasser wäre lebensmüde. Er entscheidet sich umzudrehen, den Anzug zu reparieren und es am nächsten Tag erneut zu versuchen.

Dreimal den Todesstreifen zu überwinden, dass schaffen nur wenige. Die Bethke Brüder sind das dreisteste Flucht-Trio der Mauer-Geschichte. 1975 paddelt Ingo Bethke in einer Nacht und Nebelaktion mit einer Luftmatratze über die Elbe in die Freiheit. Acht Jahre später verhilft er seinem Bruder Holger in einer atemberaubenden Fluchtaktion mit einer selbstgebauten Seilbahnkonstruktion in den Westen. Im Mai 1989 nur wenige Monate vor dem Fall der Mauer setzen die Bethkes ihrer Fluchtserie die Krone auf. Ingo und Holger holen ihren Bruder Egbert in einer waghalsigen Aktion mit zwei Ultraleichtflugzeugen aus Ost-Berlin heraus. Ihre Flucht dokumentieren Sie auf Video. „Vor lauter Freude und Erregung habe ich mich wirklich auf die Knie begeben und habe den Boden geküsst und habe gesagt, Gott sei Dank es hat geklappt.“  Erinnert sich Egbert Betke nach der Landung vor dem Reichstag. 
Flucht in die Freiheit – mit allen Mitteln erzählt die packenden Geschichten der Frauen und Männer die ihr Leben riskierten, um in die Freiheit zu gelangen.