Sie wollten Hitler töten - Verpasste Chancen
Ein Film von Oliver Halmburger, Stefan Brauburger und Stefan Mausbach im ZDF
Die Niederlage der deutschen Wehrmacht und Berichte von den Gräueln
hinter
der Front bewirkten einen Zusammenschluss junger Studenten,
die unter dem Namen die "Weiße Rose" von München
aus agierten. Mit ihren Flugblättern wollten sie die Menschen
aufrütteln, protestieren gegen die Lügen, die Verbrechen
des NS-Regimes und den selbst zerstörerischen Krieg. Erstmals
in einer Fernsehdokumentation kommt Jürgen Georg Wittenstein
zu Wort, ein Überlebender aus dem engsten Kreis der Widerstandsgruppe.
Innerhalb der Wehrmacht war Oberst Henning von Tresckow im Stab der Heeresgruppe Mitte der Kopf der Verschwörer. Anfang 1942 sagte er, man müsse Hitler beseitigen, ihn "wie einen tollen Hund erschießen".
Am 13. März 1943 bot sich die Gelegenheit, den Diktator bei einem
Frontbesuch
zu töten. Die Verschwörer um Tresckow planten,
Hitler beim Mittagessen zu erschießen. Mitverschwörer Philipp
von Boeselager schildert, warum das Attentat in allerletzter Minute
gestoppt wurde: Himmler war nicht mit an die Front gekommen. Ein Attentat
aus den Reihen der Wehrmacht hätte zum Bürgerkrieg mit der
SS führen können. Am gleichen Tag schmuggelten Tresckow
und Schlabrendorff eine Bombe in die "Führermaschine".
Doch der Sprengsatz zündete nicht, dem bangen Warten der Verschwörer
auf Nachricht vom Absturz der Maschine folgte Stunden später
die bittere Einsicht, dass ein weiterer Anschlag missglückt war.
Eine Woche später ergab sich die Chance zu einem neuen Versuch. Oberst Rudolf von Gersdorff, war bereit, sich bei der Eröffnung einer Ausstellung im Berliner Zeughaus mit Hitler in die Luft zu sprengen.
Doch der Diktator verließ den Ort vor Ablauf der Zeit, auf die
der Zünder eingestellt war. Gersdorffs Tochter Lory beschreibt,
was das Scheitern des Versuchs für ihren Vater bedeutete. Auch Axel von dem Bussche, der Zeuge bei einer Massenerschießung
von Juden geworden war, hatte die feste Absicht, Hitler zu töten.
Ende 1943 wollte er sich bei der Vorführung neuer Uniformen mit
Hitler in die Luft sprengen. Doch auch dazu kam es nicht, die Uniformen
wurden Raub der Flammen bei einem Bomberangriff der Alliierten auf
Berlin. Richard von Weizsäcker, Freund von dem Bussches, berichtet,
wie sich damit wiederum Hoffnungen zerschlugen.Ein neuer Versuch wird gewagt. Diesmal war Hitlers Residenz auf dem Obersalzberg Schauplatz des geplanten Attentats. Rittmeister Eberhard von Breitenbuch hatte sich vorgenommen, Hitler dort während einer Lagebesprechung zu erschießen. Doch ausgerechnet an diesem Tag erhielten die Adjutanten keinen Zutritt – ein einmaliger Vorgang. Breitenbuchs Sohn Andreas schildert die Motive und die Ängste seines Vaters, das Attentat auszuführen.
Der Film beschreibt auf der Grundlage neuester Erkenntnisse, wie einige wenige Verschwörer Attentate planten, durchführten und immer wieder scheiterten. Neu entdeckte Fotos und Dokumente zeichnen das Bild von den Männern, die Hitler töten wollten, die im Schatten des 20. Juli ´44 aber meist vergessen werden.
